June 27, 2022

Top-Ingenieur für unsere Umwelt:-Der BIBER – Infotafeln über Baumeister

EICHENZELL – Wir wollen, dass er sich bei uns wohlfühlt und möglichst vermehrt, sagte Jörg Burkhard von der Naturschutzbehörde des Landkreises Fulda und meinte damit den Biber. Denn das putzige Nagetier hat es faustdick hinter den Ohren. Und es sorgt…

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EICHENZELL – Wir wollen, dass er sich bei uns wohlfühlt und möglichst vermehrt, sagte Jörg Burkhard von der Naturschutzbehörde des Landkreises Fulda und meinte damit den Biber. Denn das putzige Nagetier hat es faustdick hinter den Ohren. Und es sorgt sich für Umwelt- und Hochwasserschutz. Auch für das Grundwasser hat das Nagetier etwas übrig. Um den lange Zeit in unserer Region verwaisten Biber bekannter zu machen, planen die Gemeinde Eichenzell, der heimische Gas- und Wasserversorger GWV sowie die Stiftung Mensch und Tier (MuT), am Rande eines Naturschutzgebietes bei Eichenzell Hinweistafeln aufzustellen.

An einem Knotenpunkt des Radweges 1 sollen die Menschen Wissenswertes über den Biber, seine Heimkehr nach Osthessen, Bauten und Nutzen für die Umwelt und den Lebensraum Flussaue erhalten. MuT überreichte während eines Pressegesprächs am Montag im Eichenzeller Schlösschen 5.000 Euro an die Gemeinde Eichenzell. Die Gelder stammen aus Einnahmen des Eichenzeller Kulturzirkus. Die GWV wird die Hinweistafeln erstellen. Der Biber ist ein tolles, sympathisches Tier, sagte GWV-Geschäftsführer Dr. Peter Szepanek. Das Unternehmen unterstützt die Aktionen rund um den Biber und will demnächst eine Unterrichtsmappe zu diesem Thema vorstellen.
Für die GWV ist der Biber ein optimaler freier Mitarbeiter, weil er durch seine Bautätigkeit das Grundwasser positiv beeinflusst, erläuterte Dr. Mathias R. Schmidt, Berater der GWV in Sachen Unternehmenskommunikation und passionierter Biologe, die Schnittstelle zwischen Biber und GWV. Ein Biberpaar ist derzeit dabei, sich in Eichenzell anzusiedeln. Um möglichst vielen Menschen den Lebensraum und die Lebensgewohnheiten von Bibern näher zu bringen, soll direkt am Radweg R 1 eine Informationsplattform mit Hinweistafeln und einem Biberbau (wirklichkeitstreue Nachbildung) entstehen. Alle vorbeikommenden, interessierten Menschen können so autodidaktisch ihr Wissen über den Biber und die Natur erweitern und vertiefen. Von diesem Startpunkt aus sollen Führungen entlang der Fulda angeboten werden, auf denen Kindergärten und Schulklassen die Möglichkeit haben, den ?echten? Lebensraum des Bibers in Augenschein zu nehmen und viel über das Leben und Wirken dieser Tiere zu erfahren, sagte Eichenzells Bürgermeister Dieter Kolb. 
Das Naturschutzgebiet am Ortsrand von Eichenzell ist als Ausgleichsmaßnahme für den Straßenbau zwischen Eichenzell und Künzell vorgesehen. In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde sollen dort Weiden angepflanzt werden und der Lebensraum für den Biber attraktiv gestaltet werden. Da das Gebiet im Besitz der Gemeinde ist, ist möglicher Ärger mit Landwirten ausgeschlossen. Denn den Landwirten ist es nicht immer recht, wenn Biber Flächen fluten – was Biber übrigens nur machen, wenn sie zu wenig Wasserfläche und Tiefe (mindestens einen Meter) vorfinden. Dann aber sind sie wahre Baumeister, planen, konstruieren und bauen riesige Dämme – ohne Statiker und Bürokratie.
Sollten Biber doch mal Schaden anrichten, so werden von den Behörden Entschädigungen bezahlt. Bei Welkers hat der Grundstückbesitzer allerdings ein Auge zugedrückt und wollte für folgenden Fall kein Ausgleich: Um an nahrhafte Äpfel zu gelangen, fällt er ausnahmsweise einen Obstbaum, denn klettern kann er nicht. Das kommt aber zum Glück nur sehr selten vor, erklärte Jörg Burkhard am Tatort zwischen Eichenzell und Welkers. In der dortigen Fuldaaue hat sich zumindest ein Biber eingerichtet und gerade im Winter ernähren sie sich von kleinen Zweigen und Knospen, während sie ansonsten genügend Futter am Bach- oder Flussrand finden. Da die Biber gerne und vorwiegend im Wasser leben, bauen sie sich ihre eigene Welt. Dort, wo die Wassertiefe nicht ausreicht, errichten sie einen Staudamm und so kann es schon mal vorkommen, dass Flächen überflutet werden. Dies wiederum bietet neue Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, die es ansonsten in unserer Region nicht geben würde. Und sie sorgen nebenbei für aktiven Hochwasserschutz, da das Wasser nicht so schnell abfließen kann.
Deshalb sind besonders Naturschützer froh, dass die Ansiedlung der Biber seit Mitte der 1980er Jahre Erfolgen aufweisen. Damals wurden im Raum Schlüchtern 18 Biber an der Sinn ausgesetzt. Mittlerweile haben sie sich ausgeweitet. Ein Biber hat sein eigenes Revier, sind alle Baugrundstücke an einem Bach besetzt, zieht der junge Bieber weiter und überwindet notfalls größere St Veröffentlicht am 27.12.2010

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